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Kunstwerk-zur-Zerstoerung-der-Demokratie-von-Syuzi-Vardanyan-Kopernikus-Gymnasium
Kunstwerk-zur-Zerstoerung-der-Demokratie-von-Syuzi-Vardanyan-Kopernikus-Gymnasium

Beeindruckende Kundgebung „Niederkassel für Demokratie“ brachte nachdenkliche, ermutigende, bewegende und fröhliche Stimmen auf die Bühne

Das Netzwerk Niederkassel für Demokratie, Menschenrechte & Vielfalt – gegen Rassismus, Extremismus & Hass hatte am Freitagabend, 30. Januar, zu einer Kundgebung auf dem Rathausplatz in Niederkassel eingeladen.

Das Thema: Niederkassel für Demokratie – Wir setzen ein Zeichen für eine Gesellschaft ohne Rassismus, ohne Extremismus, ohne Hass und ohne Parteien oder Positionen, die die Würde des Menschen missachten oder die demokratische Grundordnung in Frage stellen.

Trotz kaltem Wetter, trotz Handball-EM und Karneval fanden sich rund 250 Teilnehmer:innen ein und erlebten zwei Stunden mit vielfältigen, bunten und eindrucksvollen Stimmen und Bildern auf der Bühne.

Ulrike Emmer und Tom Rutert-Klein vom Netzwerk führten souverän und mit Herz durch das Programm. Justus Cremer sorgte mit zwei musikalischen Blöcken für Stimmung und Pausenmomente. Bei „Ein bisschen bunter“ sang schließlich das Publikum mehrstimmig mit.

Insgesamt standen acht Beiträge auf dem Programm:

Bürgermeister Matthias Großgarten, Pfarrer Jens Römmer-Collmann, Mitglieder der AG Demokratie am Kopernikus-Gymnasium, Miri Noske vom DPSG Stamm Roncalli Niederkassel, Mitglieder der Antirassismus-AG der Gesamtschule – Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage, Klára Kohlhepp, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Niederkassel, Mahsa Bezhad & Sandra Eschenbach & weitere Schüler:innen von der Alfred-Delp-Realschule – ebenfalls Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage sowie Ruth Plum für das Netzwerk.

Beitrag-der-Alfred-Delp-Realschule
Beitrag-der-Alfred-Delp-Realschule

Die Beiträge der Schulen zeigten persönliche Erfahrungen mit Rassismus – und wie an den Schulen mit Plakaten, Kunstwerken, Gedichten und Diskussionen über Rassismus und Demokratie gearbeitet wird.

Der rote Faden: Was kann ich für die Demokratie tun? Dieses Thema greift auch ein Poster des Netzwerks auf, das am Infotisch großes Interesse fand. Klare Bekenntnisse zu Vielfalt, zur unveräußerlichen Würde jedes Menschen, zum gegenseitigen Lernen und zum Mut, Unterschiede auszuhalten, wurden formuliert. Zusammengefasst in Sätzen wie:

„Demokratie lebt von Vielfalt!“ (Sandra Eschenbach)

und „Wir sind alle füreinander verantwortlich. Demokratie bedeutet fortwährende Arbeit.“ (Klára Kohlhepp)

Besonders still und bewegt wurde es, als spontan eine Teilnehmerin aus dem Iran auf die Bühne trat. Sie sprach über den Wunsch der Menschen in ihrem Land nach Freiheit und Demokratie – und über die Gräueltaten, die dort derzeit täglich geschehen.

Das Netzwerk dankt allen, die mitgewirkt haben – mit Redebeiträgen, Musik oder einfach mit ihrer Ausdauer und Interesse auf dem Platz. In den nächsten Tagen ergänzen wir diesen Beitrag mit weiteren Bildern, Texten und kurzen Videos.

Zum Abschluss sprach Ruth Plum für das Netzwerk:

„Unsere Demokratie ist mehr denn je durch Extremisten bedroht – durch Rechtsextremisten, Linksextremisten, islamistische Extremisten und andere. Die Bedrohung zeigt sich in Anschlägen auf Menschen und Einrichtungen wie Flüchtlingsunterkünfte und Synagogen, auf kritische Infrastruktur – wie jüngst in Berlin – aber auch in Beschimpfungen und der Verbreitung von Fake News. Wir sind dabei auf keinem unserer sprichwörtlichen Augen blind, sondern sehen die Bedrohung von rechts wie von links. Doch wir sind überzeugt: Die derzeit größte Gefahr geht klar von rechtsextremen Kräften aus.“

Sie lud alle herzlich ein, die Aktivitäten des Netzwerks weiterhin zu verfolgen und mitzumachen, wann immer es möglich ist.

„Wer unser Selbstverständnis teilt, ist uns jederzeit herzlich willkommen!“

Ganz am Schluss, als „Unser Stammbaum“ von den Bläck Fööss erklang, wurde es – der Jahreszeit entsprechend – karnevalistisch und heiter. Ihre Tollität Prinzessin Katharina I. und ihr Gefolge kamen auf die Bühne, schunkelten und steckten auch die bisher eher nachdenklich Gestimmten mit ihrer Fröhlichkeit an.

Wer beim Netzwerk mitmachen oder mehr erfahren möchte, kann sich per E-Mail an post@niederkassel-fuer-demokratie.de wenden.

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